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BAUHAUSSTORY - Ein Ausflug in die Geschichte des Bauhaus

 

Die Meister und Studierenden der 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus Kunstschule setzten sich zum Ziel, die Trennung von Kunst und Produktion in einem Zurück zum Handwerk als Grundlage allen künstlerischen Schaffens aufzuheben und durch vorbildliche Gestaltungen Gegenstände und Räume für eine künftige humanere Gesellschaft zu schaffen. Unter seinem Gründer und ersten Direktor Walter Gropius (1883-1969) vollzog das Bauhaus 1923 in einem inneren Klärungsprozess eine Hinwendung zur Industrie. Die 1923 unter dem Leitgedanken "Kunst und Technik - eine neue Einheit" eröffnete Ausstellung präsentierte das gesamte Spektrum der Bauhausarbeit. Mit dem Haus Am Horn konnte man eine Vorstellung von einem Wohnhaus der Zukunft bekommen.

 

Auf Drängen konservativer Kreise wurden 1924 die Mittel für das Bauhaus so drastisch gekürzt, dass es sich einen neuen Wirkungsort suchen musste. Mit der Übersiedlung nach Dessau, in einer Phase wirtschaftlichen Aufschwungs, wurde das Bauhaus zur kommunal getragenen Hochschule für Gestaltung. Fast alle Meister vollzogen den Wechsel nach Dessau. Ehemalige Studierende übernahmen als Jungmeister die Leitung von Werkstätten. Von 1926 bis 1932 entstanden in Dessau berühmte Werke der Kunst und Architektur sowie einflussreiche Designentwürfe.

 

Von den ständigen Kämpfen um das Weiterbestehen des Bauhauses gezeichnet, trat Walter Gropius am 1. April 1928 von seiner Funktion als Direktor zurück. Sein Nachfolger wurde der Schweizer Architekt Hannes Meyer (1889-1954). Seine Arbeit zielte auf eine "harmonische Ausgestaltung der Gesellschaft”. Durch die Ausrichtung auf die kostensparende industrielle Massenproduktion sollten Produkte für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Trotz seiner Erfolge wurde in der zugespitzten innenpolitischen Lage ab 1929 die marxistische Orientierung Hannes Meyers für die Stadtväter zum Problem, ihm wurde 1930 gekündigt.

 

Unter Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) entwickelte sich das Bauhaus ab 1930 zu einer Art Technischen Hochschule für Architektur mit zuarbeitenden Kunst- und Werkstattabteilungen. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten wurde das Bauhaus im September 1932 aus Dessau vertrieben. In Berlin, wohin die Schule übersiedelte, verblieb ihr nur noch eine kurze Zeit des Neubeginns. 1933 erfolgte unter dem Druck der Nationalsozialisten die Selbstauflösung des Bauhauses.

Harry Bertoia

Harry Bertoia wurde in Udine, Italien geboren und wanderte 1930 in die Vereinigten Staaten aus. 1936 beendete er sein Studium an der Cass Technical High School in Detroit mit Examen, und von 1937 bis 1939 erhielt er ein Stipendium der Cranbrook Academy of Arts. Anschließend richtete er dort das Cranbrook–Studio für Metallarbeiten ein, das er von 1939 bis 1943 leitete. Später arbeitete er mit Charles Eames bei der Evans Products Company, wo er Technologien für die Verformung von schichtverleimtem Sperrholz entwickelte. Nach dem Krieg arbeitete er kurze Zeit bei der Plyformed Products Company von Chales and Ray Eames in Venice, Kalifornien.  Die innovativen Drahtstühle, die er 1951 für Knoll International entwarf, waren ein derart großer finanzieller Erfolg, dass ihm die Tantiemen zum Leben reichten und er sich ausschließlich der Bildhauerei widmen konnte.

Marcel Breuer

Marcel Breuer wurde in Ungarn geboren und arbeitete in einem Wiener Architekturbüro, bevor er am Bauhaus in Weimar studierte. Nach seiner Gesellenprüfung wurde er Leiter der Möbelwerkstatt; er behielt diese Position als das Bauhaus nach Dessau umzog. Er ging nach Berlin und eröffnete dort ein eigenes Architekturstudio. 1935 ließ sich zunächst in London nieder, wo er mit dem Architekten F.R.S. Yorke ein Architekturbüro gründete und etwas später als Chef der Designabteilung bei Isokon arbeitete. 1937 emigrierte er in die Vereinigten Staaten und erhielt eine Professur an der School of Design an der Harvard University. Gemeinsam mit Walter Gropius eröffnete er 1937 ein Architekturbüro in Cambridge, in dem beide bis 1941 tätig waren.1946 gründete er in New York - Marcel Breuer & Associates, die er bis zu seinem Ruhestand 1976 selbst leitete.

Edouard-Wilfrid Buquet

Am 9. Februar 1927 erhielt Eduard-Wilfried Buquet das Patent für die Teile seiner Lampe - speziell für die flexibel Teile - vom Ministère du Commerce et l'Industrie in Paris. Mehrere Versionen wurden bis 1940 produziert. Leider gibt es kaum Informationen über das Leben von Buquet.

Pierre Chareau

War ein französischer Architekt, Innenarchitekt und Musiker. Mit seinen Möbelentwürfen unterscheidet er sich vom Art déco und entwickelt eine persönliche Formensprache Pierre Chareau war mit Robert Mallet-Stevens und René Herbst in 1930 Gründungsmitglied der Union des artistes modernes (UAM). Er war einer der Protagonisten der „nützlichen Formen“ im Alltagsdekor. Er studierte an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Von 1903-14 arbeitete er als Zeichner in der Pariser Filiale der englischen Möbel- und Dekorations-Firma Warring & Gillow. Im Jahre 1919 eröffnete er „La boutique“ in Paris und gründete seine eigene Firma. In 1939 wanderte er in die USA und lebte dort bis zu seinem Tod in East Hampton.

Le Corbusier

Charles Edouard Jeanneret-Gris wurde in La Chaux-de-Fonds, Schweiz, geboren, wo er Möbeldesign studierte.1908 arbeitete er in Paris in Auguste Perrets Architekturbüro.1910 und 1911 hielt er sich in Deutschland auf und kam dort mit den Ideen führender Designer in Berührung: Er lernte Wolf Dohrn, den Direktor der Dresdner Werkstätte, Hermann Muthesius und Peter Behrens kennen, in dessen Büro er für kurze Zeit tätig war.Von 1912 - 1914 lehrte er an der Kunsthochschule von La-Chauxde-fonds Architektur. Zurück in Paris, entwickelte er mit dem Maler Amédée Ozenfant die postkubistische Kunstrichtung des Purismus. 1923 erschien Le Corbusiers Buch -Vers une nouvelle Architecture-, in dem er seine Ideen über modernes Bauen darlegte.Für die Pariser Exposition Internationale des Arts Décoratifs von 1925 entwarf Le Corbusier den Pavillion L´Esprit Nouveao, und auf dem Pariser Herbstsalon von 1929 stellte er seine Möbelentwürfe aus. Daraufhin übernahm die Firma Thonet die Produktion.Le Corbusier war einer der führenden Architekten seiner Zeit.

Charles Eames

Charles Eames wurde in St. Louis, Missouri, geboren und studierte an der dortigen Washington University Architektur. 1936 erhielt er ein Stipendium der Cranbrook Academy of Arts, Michigan, an der er später lehrte. Zu seinen Kollegen dort zählten Harry Bertoia, Eero Saarinen und Ray Kaiser, die er 1941 heiratete.Während des 2. Weltkriegs stellten er und seine Frau für die US Navy Arm- und Beinschienen sowie Krankentragen aus Sperrholz her. Für dieses Projekt entwickelten sie eine neue Methode, schichtverleimtes Sperrholz dreidimensional zu verformen. 1940 gewannen Charles Eames und Eero Saarinen den vom "Museum of Modern Art" veranstalteten Wettbewerb "Organic Design in Home Furnishings". 1946 widmete ihm das "Museum of Modern Art" die erste Einzelausstellung (New Furniture by Charles Eames). Charles und Ray Eames arbeiteten eng mit dem Hersteller Herman Miller zusammen, mit dem sie ein sehr fortschrittliches, rationales Möbeldesign entwickelten. Später wandten sie sich dem Film, der Photographie und der Ausstellungsgestaltung zu. Zu ihren Kunden zählten die US-Regierung und der IBM-Konzern.

Mariano Fortuny

Mariano war ein Universalkuenstler (Maler, Moebel-designer,Bildhauer, Architekt, Innenarchitekt, Ingenieur und Erfinder). Mariano wurde als Sohn des spanischen Malers Mariano Fortuny(1838–1874) in Spanien geboren und erhielt seine Kunstausbildung in Paris. ; danach zog er nach Venedig wo er seine und eines Vaters Ausstellungen organisierte. Er richtete ein Mal- und Fotoatelier, eine Tischlerei, Stoffdruckerei- und färberei sowie eine Schneiderei ein, wo er ein Dutzend Arbeiterinnen beschäftigte. Seine Stoffzeichnungen und Modemodelle hatten sehr viel Erfolg und er oeffnete viele eigene Boutiques in Europa und den USA. Fortuny meldete als Erfinder mehr als fünfzig Patente an, beschäftigte sich seit der Jahrhundertwende mit den indirekten Beleuchtungseffekten am Theater (Fortuny GmbH AEG Berlin), entwarf Theaterkulissen und -kostüme und war bis 1942 auf allen Biennale in Venedig zudem noch als Maler vertreten.

Eileen Gray

Eileen Gray wurde in Irland geboren. Sie entstammte einer wohlhabenden Künstlerfamilie und begann ihr Studium 1898 an der Slade School of Fine Arts.1902 ging sie nach Frankreich und studierte Malerei an der Académie Colarossi und der Académie Julian in Paris. Später ließ sie sich von dem Japaner Sougawara in japanischer Lackkunst unterrichten.Während des ersten Weltkriegs hielt sie sich fast ununterbrochen in London auf und kehrte erst 1918 nach Paris zurück. Bis 1919 arbeitete sie als freie Möbelentwerferin, danach als Innenarchitektin.1922 eröffnete sie die Galerie Jean Désert als Schaufenster für ihre eigenen Entwürfe. Im selben Jahr kam sie in Kontakt mit der De-Stijl-Bewegung. J.J.P. Oud und Walter Gropius veröffentlichten eine begeisterte Rezension ihres "Monte-Carlo"-Zimmers, ein Schlafzimmer/Boudoir, das sie im Salon des Artistes Décorateurs von 1923 ausstellte.Ab 1926 arbeitete sie ausschließlich als Innenarchitektin und stellte einige ihrer Projekte in Le Corbusiers Pavillon des Temps Nouveaux auf der Pariser Weltausstellung von 1937 vor. 

René Herbst

Man nannte Renč Herbst in jenen aufregenden zwanziger Jahren "I´homme d´acier", den Mann von Stahl. Was einmal bedeutete, dass er Stahlmöbel machte, und im anderen, wortspielerischen Sinn, dass er ein Mann mit stählernen Nerven war. Er gehörte in Frankreich zu den ersten, die mit den neuen Möbelmaterial Stahlrohr experimentierten.

Herbst war Innenarchitekt, er hatte in London studiert. Auf Reisen in Russland und Italien informierte er sich über das, was dort auf seinem Gebiet vorging.

Als 1930 in Frankreich die Union des Artistes Modernes (U.A.M.) gegründet wurde, war Herbst eines der ersten Mitglieder. Die U.A.M. richtete in den folgenden Jahren regelmäßig Ausstellungen aus, die in den vierziger Jahren den Titel "Formes Utiles" (Nützliche Formen) trugen, ihr Stichwort – für Herbst durchaus angemessen – war "Neue Sachlichkeit".

Herbst hat in seinem langen Leben viele Auszeichnungen entgegennehmen können. 1935 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion (Abteilung Bildende Künste) ernannt. Zu Herbsts bedeutendsten Arbeiten gehört das Mobiliar für die Fürstin Aga Khan. Bei dieser Auftragsarbeit konnte er, ohne Zugeständnisse zu machen, verwirklichen, was er unter Qualität verstand. Herbst lebte in seinen letzten Jahren zurückgezogen in Paris und war nur noch für seine Freunde zu sprechen.

Josef Hoffmann

Hoffmann studierte Architektur an der Wiener Universität beim berühmten Architekten Otto Wagner. Nach Beendigung seiner Studienzeit besuchte er für einige Zeit Italien. Das Italienische Landhaus, kubisch, weißgekalkt mit unregelmäßig aus den wänden geschnittenen Fenstern inspirierten seine ersten architektonischen Werke.
Wie viele seiner Zeitgenossen, wollte auch Hoffmann ein komplettes Kunstwerk schaffen: " Ich glaube, dass ein Haus wie aus einem Stück gemacht werden soll und dass sein Äußeres sein Inneres enthüllen sollte." Seine höchste Verpflichtung galt dem "konstanten Finden besserer Materialien und der Bemühung nach einer immer perfekteren Darstellung" Sein Stil war geprägt von Einfachheit, Aufrichtigkeit und Genauigkeit. Sein Design war geprägt von klaren formen und geometrischen Ornamenten.
Er erbaute unter anderem die Häuser für Kolo Moser, die Adolph Stocklet Bank (das berühmte Stocklet Palais in Brüssel). Das Privathaus des Schriftstellers Beer-Hoffmann in Wien und das des Malers Ferdinand Hodler in Genf. Für nahezu alle diese Häuser und auch für das Purkesdorf Sanatorium kreierte er auch die Innenausstattung inklusive aller Einrichtungsgegenstände und Möbel.
Außerdem sind in der langen Liste der von ihm geschaffenen Gebäude unbedingt der österreichische Pavillon auf der Biennale in Venedig und der Pavillon für die Internationale Ausstellung in Rom, das Graben Cafe in Wien und eine Reihe von Grabmonumenten hervorzuheben.

Karl Jacob Jucker

Karl Jacob Jucker wurde 1902 in Zürich geboren. 1922 schloss er eine Silberschmiedlehre an der Kunstgewerbeschule in Zürich ab. Am Bauhaus nahm er von 1922 bis 1923 teil: zunächst in einem Vorkurs bei Muche und anschließend in einer Ausbildung in der Metallwerkstatt. Später arbeitete er als Designer für eine Schweizer Silberwarenfabrik sowie als Lehrer an einer Berufsschule. Er starb in 1997 in Schaffhausen.

Charles Mackintosh

Charles Rennie Mackintosh wurde in Glasgow geboren. 1884 trat er als Praktikant in das Büro des Glasgower Architekten John Hutchinson ein und wurde 1889 Mitarbeiter in dem Architekturbüro Honeyman & Keppie.
1896 begann er für die Firma Guthrie & Wells Möbel zu entwerfen und zusammen mit H.J. MacNair und Frances und Margaret Macdonald als "The Four" Arbeiten auszustellen. 1897 gewann er den Wettbewerb für den Entwurf einer neuen Kunstschule in Glasgow. Im gleichen Jahr wurde er mit der Innenausstattung von Miss Cranston´s Tea Rooms in der Buchanan Street und mit dem Möbelentwurf für ihre Tea Rooms in der Glasgower Argyle Street beauftragt.
1900 heiratete er Margaret Macdonald und nahm an der Ausstellung der Wiener Sezession teil. 1903 beauftragte ihn der Verleger W.W. Blackie mit dem Bau seiner Villa Hill House in Helensburgh. 1904 entwarf er für Miss Cranston die Tea Rooms in der Willow Street. Sein letztes Hauptwerk, die Bibliothek der Kunstschule von Glasgow (1909), fand wenig Beachtung.
1916 ließ er sich in London nieder, bevor er 1923 nach Frankreich übersiedelte, wo er sich bis zu seinem Tod 1928 der Malerei widmete.

George Nelson

George Nelson gehört neben Raymond Loewy, Charles Eames und Eliot Noyes zu den berühmtesten amerikanischen Industrie- bzw. Produktdesignern des zwanzigsten Jahrhundert.
Neben seinen bekannten Möbelkreationen war er auch ein Wegbereiter für neue Gestaltungsformen in den Bereichen Shopping-Center, Büroorganisation, Lagerhaltung und Multi - Media - Präsentation.
Gerade diese Vielseitigkeit und Kreativität begründete seinen Ruf weit über die Grenzen Amerikas hinaus.

Isamu Noguchi

Isamu Noguchi der in Los Angeles als Kind japanischer Eltern geboren wurde, wuchs in Japan auf und studierte später in den USA. Sein späterer beruflicher Werdegang führte in auch in verschiedene europäische Länder.
Dieses Leben in unterschiedlichen Kulturkreisen spiegelt auch in seinem künstlerischen Schaffen wieder. Neben seinen Arbeiten als Bildhauer setzte er sich auch immer mit dem Design von Gegenständen des täglichen Lebensauseinander.
Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der Gestaltung von Gärten und öffentlichen Anlagen. Die Vielseitigkeit seines Schaffens begründete seinen Ruf als Mutitalent.

Gyula Pap

Gyula Pap war ein ungarischer Maler und ein prominenter Mitglied des Bauhaus. Er ist in 1899 geboren in Oro Shaza und studierte in Wien, Budapest und danach im Bauhaus. Von 1926 bis 1933 lebte er in Berlin und dort, so wie auch in Wien, Amsterdam und Utrecht, organisierte viele seiner eigenen Ausstellungen ueber Expressionismus und Konstruktivismus, bevor er wieder nach Budapest zurueck zog.

Gerrit Thomas Rietveld

Gerrit Rietveld wurde in Utrecht als Sohn eines Möbelschreiners geboren. Mit elf Jahren begann er, in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten. 1911 machte er sich als Schreiner selbständig und besuchte Kurse in Bauzeichnen bei P.J.C. Klaarhamer. Von 1917 bis 1918 entwarf er den Rot-Blau-Stuhl und wurde 1919 eines der ersten Mitglieder der De-Stijl-Bewegung. Sein berühmter Stuhlentwurf wurde zum ersten Mal in der Zeitschrift "De Stijl" veröffentlicht und in die Bauhaus-Ausstellung von 1923 aufgenommen. Zu Rietvelds wichtigsten Architekturaufträgen gehörte das Schröder-Haus (1924). 1927 machte er experimentelle Möbelentwürfe aus Spanplatten und Sperrholz, die von Metz & Co, Amsterdam, realisiert wurden. Während der Regression entwarf er Möbel aus Lattenkistenelementen, um den Bedarf an Niedrigpreisprodukten zu decken. 1942 entwarf er einen Stuhl aus gepresstem Aluminiumblech, und 1957 schuf er eine Serie von Stühlen aus gebogenem Metallrohr. Mit seinem letzten Entwurf, dem Steltman-Stuhl von 1963, kehrte er zu Massivholzelementen und zum geometrischen Formalismus zurück.

Mies van der Rohe

Ludwig Mies van der Rohe wurde in Aachen geboren. Nach seiner Ausbildung als Baumeister arbeitete er als Zeichner von Stuckornamenten bei einem Aachener Architekten.
1905 ging er nach Berlin und arbeitete dort bei Bruno Paul. 1907 entwarf er sein erstes Gebäude. Von 1908 bis 1911 war er Mitarbeiter von Peter Behrens.
1919 schloss er sich der revolutionären Novembergruppe an und leitete deren Architektursektion. 1926 wurde er Vizepräsident des Deutschen Werkbundes und war verantwortlich für die Weißenhofsiedlung in Stuttgart 1927. 1929 entwarf er den deutschen Pavillon für die Internationale Ausstellung von Barcelona und 1929/30 das Tugendhat-Haus in Brünn. 1931 nahm er teil an der Berliner Bauausstellung und unterzeichnete einen Vertrag mit Thonet-Mundus, der er die Exklusivrechte für die Vermarktung von 15 Stuhlentwürfen übertrug.
1930 wurde er (letzter) Direktor des Bauhauses. 1938 emigrierte er in die Vereinigten Staaten und erhielt eine Professur am Armour Institute (heute Illinoise Intitute of Technology) in Chicago.

Eero Saarinen

Als Sohn des berühmten finnischen Architekten Eliel Saarinen, machte Eero Saarinen in Yale Abschluss und begann danach mit seinem Vater zusammenzuarbeiten. Dieser lehrte damals an der Cranbrook Akademie für bildende Künste in Michigan.
Nachdem er 1948 in St. Louis den "Jefferson Memorial Wettbewerb" gewonnen hatte, konnte er seine Position als Architekt enorm stärken. Diese Auszeichnung war enorm wichtig für seine Karriere.
In den frühen Fünfzigern designte Saarinen das General Motors Technik Center, das erste einer Serie von brillanten Projekten. Für ihn war jeder Auftrag eine neue Herausforderung, die er mit immer neuen Funktions- und Formkonzepten löste. 1940 gewann Saarinen den Wettbewerb für "Konstitutives Design im Wohnmöbelbereich" mit einem Stuhl, den er zusammen mit Charles Eames designte.
Bis heute gelten die von ihm stammenden Stühle, Armlehnstühle und Tische als "Bestseller" und zeitlose Klassik.

Mart Stam

Mart Stam (1899, Purmerend, Niederlande -1986, Goldbach, Schweiz) war ein niederländischer Architekt, Planer und Designer. Er studierte an der Königlichen Schule für höhere Künste in Amsterdam. Nach wenigen Jahren aus Bauzeichner in einem Rotterdamer Architekturbüro zog er 1922 nach Berlin, wo er als Architekt und Designer tätig war. Während der Jahre in Berlin erfand und entwarf er den ersten freischwingenden Stuhl. Seinem Kollegen Ludwig Mies van der Rohe, der mit Stam gemeinsam an den Architekturarbeiten zu der Weissenhof Siedlung beteiligt war, sind seine Entwürfe aufgefallen und hat über diese in den Bauhauskreisen berichtet. Marcel Breuer, ein Anhänger des Bauhaus, befasste sich mit ähnlichen Konstruktionsideen und begann fast gleichzeitig mit der Weiterentwicklung der freischwingenden Stühle. Es entstanden mehrere Varianten von beiden Designern. Schließlich endete der Konkurrenzkampf in einem Patentstreit bei deutschem Gericht, denn beide - Stam und Breuer - hielten sich für den Erfinder der freischwingender Konstruktionsidee. Stam gewann den Prozess. Breuer verkaufte später die Rechte an seinen Stuhldesigns an die Firma Knoll in den USA. Aufgrund dessen kann man am Markt fast identische Stühle finden, welche entweder Stam in Europa oder aber Breuer in den USA zugeordnet werden. !930 war Stam einer der 20 Architekten und Stadtplaner, welche unter der Leitung des Frankfurter Stadtplaners Ernst May in die Sowjetunion reisten um dort Stalinistische Städte zu entwickeln, wie zum Beispiel Magnitogorsk. 1934 kehrte Stamm in die Niederlande zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Direktor des Instituts für Industrielle Kunst. 1948 zog er wieder nach Deutschland, wo er eine Professur an der Dresdner Akademie der Bildenden Künste annahm. Er beteiligte sich an den Wiederaufbauarbeiten der zerstörten Stadt und verfolgte einen modernen, strikt strukturierten Stil, welchen viele Bürger als eine "Attacke auf die Identität der Stadt" kritisierten. 1953 kehrte Stamm wieder nach Amsterdam zurück, 1966 zog er mit seiner Frau in die Schweiz, wo es dann still um ihn wurde.

Philippe Starck

Philippe Starck (geb. 18. Januar 1949 in Paris), französischer Designer und einer der bekanntesten Vertreter des Neuen Designs, ist eine Legende. Eine außergewöhnliche Mischung aus Popstar, verrücktem Erfinder und romantischen Philosophen. Sein Werk ist allgegenwärtig: von den schicken New Yorker Hotels bis hin zu dem Versandkatalog für 4900,-- FF, von den Privaträumen eines französischen Präsidenten bis hin zum größten Abfallbeseitigungszentrum in Europa, von Hunderttausenden Stühlen und Lampen in Cafes und Wohnungen in aller Welt bis hin zur Brille.

Wilhelm Wagenfeld

Wilhelm Wagenfeld (1900 Bremen - 1990 Stuttgart) war eine deutscher Produktdesigner. Nach seiner Lehre in einer Silberwarenfabrik besuchte er von 1923 bis 1925 die Zeichenakademie am Bauhaus in Hanau. Ab 1926 arbeitete er als Assistent an der staatlichen Bauhochschule in Weimar. Nach dem Krieg war er eine kurze Zeit als Professor an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin tätig. Er zählt zu den Pionieren des Industriedesigns.

Frank Lloyd Wright

Frank Lloyd Wright ( 1867 Wisconsin - 1959 Arizona) war ein amerikanischer Architekt, Innenarchitekt, Schriftsteller und Kunsthändler. Sein Vater war Priester, seine Mutter Lehrerin. Wright studierte Bauingenieur an der Universitiy of Wisconsin in Madison. Danach zog er nach Chicago und arbeitete dort für ein Jahr im Architektenbüro von J. Lyman Silsbee. I887 begann er als Konzipist in der Firma von Adler und Sullivan, unter der Leitung von Louis Sullivan (Design) und Dankmar Adler (Technik). Zu dieser Zeit wurde das Chicagoer Auditorium Building entworfen. Wright wurde am Ende Chefkonzipist und gleichzeitig Verantwortlicher für die Gestaltung der Aufträge im Privatwohnbau. Unter Sullivan, den Wright "Lieber Meister" nannte, begann er seine eigenen architektonischen Ideen zu entwickeln.1889 heiratete er seine erste Frau, Catherine Tobin. In den Jahren 1893 bis 1901wurden 49 Gebäude erbaut, deren Design von Wright stammt. In dieser Zeit begann er seine eigenen Ideen zu verwirklichen. In seinem Konzept "Prairie House" kamen alle Ideen zusammen. Gegen 1909 entwickelte und verfeinerte er seinen Prairie Stil. Frank Lloyd Wright gründete die "Prairie school of architecture". Seine Kunst dieser frühen Schaffensperiode wird auch als Teil der "Arts & Crafts movements" betrachtet. Während seiner Schaffenszeit zwischen 1914-1932 schuf er unter anderem das architektonische Design des Imperial Hotels in Tokyo (ein großes und komplexes Design, das ihn zwang, viel Zeit in Japan zu verbringen). Außerdem erschuf er die berühmten Kalifornischen Privathäuser aus Beton. Jedoch wurden gegen Ende dieser Zeit wenige Aufträge zu Ende gebracht. Wright begann regelmäßig zu schreiben und zu veröffentlichen, unter anderem eine Autobiografie im Jahr 1932. Während des Krieges wurden relativ wenige Gebäude erbaut, jedoch brachte der Gesetzesentwurf für ehemalige G.I.s nach Kriegsende viele Lehrlinge. Diese Nachkriegsperiode war die produktivste Zeit in Wrights Leben. Er erhielt 270 Aufträge für Hausbauten und erschuf den "Price Tower" Wolkenkrazer, das Guggenheim Museum (weswegen Wright einige Zeit in New York lebte) und das Marin County Civic Center. Wright setzte sich bis an sein Lebensende nicht zur Ruhe. Er starb 1959 im Alter von 92 Jahren in Arizona. Auf der Grabinschrift ist zu lesen: "Die Liebe einer Idee ist die Liebe zu Gott"

Anonimo

Anonimo steht für Entwürfe, welche keinem Designer namentlich zugeordnet werden können.